Was ist ein„ Pôle de compétitivité“?
Ein auf Partnerschaft beruhendes Konzept zu einer vorgegebenen Thematik an einem bestimmten Standort....
Ein „Pôle de compétitivité“ ist ein Exzellenzcluster, dem mit der Bezeichnung „Pôle de compétitivité“ ein Gütesiegel von einem interministeriellen Ausschuss verliehen wird. Es bestehen Gemeinsamkeiten zwischen den deutschen Kompetenznetzen und den „Pôles de compétitivité“, jedoch ebenso erhebliche Unterschiede. Ein „Pôle de compétitivité“ versammelt Unternehmen, Forschungslaboratorien und Ausbildungseinrichtungen an einem bestimmten Standort, um so Synergien und Kooperationen zu fördern. Andere Partner, wie z. B. Behörden, Gemeinden und Regierungsbehörden sowie Dienstleistungsunternehmen, die von den Mitgliedern der Pôles in Anspruch genommen werden, sind ebenfalls angeschlossen.
.... für eine erstklassige Positionierung
Das Ziel besteht darin, sich auf Synergien und innovative und kooperative Projekte zu stützen, um Unternehmen die Möglichkeit zu bieten, auf ihrem jeweiligen Fachgebiet eine Spitzenposition in Frankreich und auf internationaler Ebene einzunehmen.
Welche Ziele verfolgen die Pôles?
Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der französischen Wirtschaft und Belebung des Wirtschaftswachstums und der Beschäftigung in den führenden Wirtschaftszweigen:
- durch die Steigerung des Innovationspotentials ;
- durch die Stärkung der, vornehmlich industriellen, Aktivitäten mit starker technologischer Ausrichtung bzw. die Gründung neuer standortbezogener Einrichtungen ;
- durch die Erhöhung der Attraktivität Frankreichs durch eine verstärkte internationale Sichtbarkeit.
Welche Strategien gibt es für die Pôles?
Auf der Grundlage einer gemeinsamen Vision der verschiedenen Akteure entwickelt jeder Pôle seine eigene Strategie, die auf 5 Jahre ausgelegt ist und ihm folgende Möglichkeiten bietet :
- Konkretisierung von Partnerschaften zwischen den verschiedenen Akteuren, die über anerkannte und komplementäre Kompetenzen verfügen ;
- Aufbau von kooperativen, strategischen F&E-Projekten, die staatliche Beihilfen zugesprochen bekommen können, insbesondere aus dem interministeriellen Einheitsfonds (FUI) ;
- Förderung eines für die Innovation und die Akteure des Pôle geeigneten globalen Umfeldes, indem begleitende Betreuungs- und Beratungsmaßnahmen sowie Maßnahmen zur Kräftebündelung der Mitglieder des Pôle in bestimmten Themenbereichen eingeleitet werden, wie z. B. Ausbildung und Personal, geistiges Eigentum, private Finanzierungen, der Ausbau auf internationaler Ebene, etc.
1,5 Milliarden Euro für die zweite Etappe der Arbeit der Pôles
- Nach einer positiven Bewertung der ersten Etappe der Arbeit der Pôles hat der französische Staat beschlossen, für die zweite Phase (2009-2011) 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen, die neben der Fortsetzung der F&E-Tätigkeiten, dem Herzstück der Pôles, 3 Themenschwerpunkte unterstützen sollen:
- umfassendere Betreuung und strategische Lenkung der Pôles (leistungsbezogene Verträge)
- neue Finanzierungsbedingungen (Innovationsplattformen)
- Ausbau der Rahmenbedingungen für Wachstum und Innovation jedes einzelnen Pôle (private Finanzierungen, verbesserte territoriale Zusammenarbeit).
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Verteilung der Staatsmittel (1,5 Milliarden Euro) für die 2. Phase (2009-2011)
- Mittel für begleitende Maßnahmen - 50 Mio. Euro (Finanzierung der Managementstrukturen) ;
- Interventionsmittel - 600 Mio. Euro, davon 495 Mio. Euro für F&E-Projekte und 105 Mio. Euro für strukturierende Projekte (Innovationsplattformen) ;
- Beiträge über Agenturen - 850 Mio. Euro, davon 600 Mio. Euro für die französische Forschungsagentur (ANR) und 250 Mio. Euro für OSEO und die „Caisse des dépôts“ (als mittelverteilende Einrichtungen)
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Beispiel für die Arbeit eines Pôle bezüglich der Ausbildung
zählen zu den wichtigsten Aufgaben des . Seit 2006 gibt es neue Ausbildungsangebote: Fachabitur in Le Creusot, „licence professionnelle“ (einjähriger berufsbezogener Studiengang, im Anschluss an ein 2-jähriges Studium) in Chalon-sur-Saône und in Le Creusot, fachbezogener Master in Cluny. Des Weiteren wurde eine Bestandsaufnahme der Angestellten und der Arbeitsplätze innerhalb des Pôle mit Unterstützung der Behörden durchgeführt. Außerdem fördert das Drire Bourgogne (Bezirksdirektion für Industrie, Forschung und Umwelt der Bourgogne) die Gründung einer internationalen Akademie für Wartung, Bau und Stillegung von Atomkraftwerken. |
Überdies soll es eine Vielfalt international angelegter Aktionen ermöglichen :
- am Aufbau einer europäischen Politik zum Aufbau von europäischen „Clustern“ von Weltrang mitzuwirken ;
- den Ausbau von technologischen Partnerschaften mit ausländischen Akteuren für die in den Pôles tätigen Unternehmen voranzutreiben ;
- die Attraktivität Frankreichs zu erhöhen, indem internationale Investoren dazu angeregt werden, Partnerschaften mit den Pôles einzugehen.
Beispiel für Partnerschaften auf internationaler Ebene
Die französischen Pôles und und das werden sich an der Gründung einer Plattform für Technologie zum Thema Embedded Systems beteiligen. Diese deutschen und französischen Marktführer im Transport-Sektor werden somit aktiv an der Durchführung von F&E-Projekten teilnehmen, die sich auf europäischem Niveau durch einen nachhaltigen Einfluss auf die Industrie auszeichnen. Dieses Projekt legt den Grundstein für den Aufbau neuer Partnerschaften mit anderen europäischen Exzellenzclustern, insbesondere mit dem niederländischen Cluster Point-One, zur Entwicklung von Embedded Systems und dem Ausbau der Mikro-/Nanotechnologien. |
Wie werden die P ôles vom Staat unterstützt?
Der Staat bemüht sich um die Schaffung eines geeigneten globalen Umfeldes für die Unternehmen und die Innovation und um eine Förderung der Forschungs- und Entwicklungsbestrebungen innerhalb der „Pôles de compétitivité“. Vor diesem Hintergrund bietet er, sowohl auf nationaler als auch auf regionaler Ebene, Unterstützung durch folgende Maßnahmen :
- finanzielle Hilfen, über den interministeriellen Einheitsfonds (FUI), für die besten Forschungs- und Entwicklungsprojekte und Innovations-Plattformen auf der Grundlage von Ausschreibungen ;
- teilweise Finanzierung der Managementstrukturen der Pôles, zusätzlich zu den Hilfen von Seiten der Gebietskörperschaften und der Unternehmen ;
- finanzielle Unterstützung durch die Bezirksdirektionen für Industrie, Forschung und Umwelt (Drire) für gemeinsame, themenbezogene Aktivitäten der Pôles in verschiedenen Bereichen ;
- Einbeziehung verschiedener Partner: Finanzierung von F&E-Projekten der „Pôles de compétitivité“ seitens der und der , wie auch von der „Caisse des dépôts“ (staatliches Kreditinstitut) ;
- Orientierung der neuen finanziellen Mittel staatlicher Forschungszentren auf die Pôles ;
- Zurückgreifen auf die Unterstützung durch die Gebietskörperschaften, die ebenfalls finanzielle Hilfen für Projekte (F&E, Innovationsplattformen) der Pôles anbieten.
Beispiele für gemeinsame von den Drire unterstützte aktionen
Das Projekt Cap Excellence des Pôle hat es ermöglicht, die Nebenkosten für Subunternehmen der Schiffswerft von Saint-Nazaire zu senken, indem ihre Arbeitskräfte in die Arbeit mit neuen Technologien, wie Polymere oder Verbundwerkstoffe, eingeführt wurden und indem ihr Kundenkreis auf die Luftfahrt, die Offshore-Ölförderanlagen, die Freizeitschifffahrt bzw. den Verteidigungsmarkt ausgeweitet wurde. |
Auf internationaler Ebene geht es darum, den Akteuren der Pôles, insbesondere den Unternehmen, bei der Suche nach den geeignetsten internationalen Partnern zu helfen und mit ihnen technologische Partnerschaften aufzubauen, die auf die Schaffung von Wertschöpfung abzielen.
Die Generaldirektion für Wettbewerbsfähigkeit, Industrie und Dienstleistungen (DGCIS, früher DGE) unterstützt insbesondere Aktionen, die :
- von den Pôles im Rahmen der Umsetzung ihrer internationalen Strategie getragen werden ;
- gemeinsam umgesetzt werden und verschiedene Pôles eines Fachgebietes vereinen, um so die Möglichkeiten für Partnerschaften ihrer Unternehmen zu erhöhen und um die Attraktivität für ausländische Investoren zu erhöhen ;
- technologische Partnerschaften auf internationaler Ebene mit den KMU der Pôles betreuen.
Welche Rolle spielen die KMU in den Pôles?
80 % KMU
Unter den im Jahr 2007 gezählten 5000 Unternehmen (mit insgesamt 640.000 Beschäftigten), die Mitglieder der „Pôles de compétitivité“ sind, sind 80 % KMU (124.000 Beschäftigte).
54 % Subventionen
Die Subventionen für Unternehmen (Unterstützung für Laboratorien nicht einberechnet) des interministeriellen Einheitsfonds und der Innovationsagentur OSEO kamen in 2007 zu 54% den KMU zu Gute. |
738 F&E-Projekte seit 2005 finanziert
Seit 2005 erhielten 738 F&E-Projekte eine staatliche Förderung in Höhe von 1,47 Mrd. Euro, davon mehr als 946 Mio. Euro vom Staat. Die Ausgaben für F&E dieser Projekte dürften sich auf mehr als 3,9 Mrd. Euro belaufen und umfassen etwa 14.000 Forscher.
Des Weiteren erhielten 2006-2008, 2097 Projekte Förderungen von staatlichen Einrichtungen (Französische Forschungsagentur und OSEO).
Auf internationaler Ebene wurden 2006 und 2007 fast 4 Mio. Euro von der DGCIS (ehemals DGE) für die internationale Entwicklung der „Pôles de compétitivité“ bereit gestellt, davon 2,35 Mio. Euro zur Unterstützung der Betreuung von internationalen Partnerschaften der den Pôles angehörenden KMU.
Es wurden 14 Projekte ausgewählt, davon beschäftigt sich die Hälfte mit der Förderung der Beteiligung von Unternehmen der Pôles an europäischen Programmen.
Beispiele für Unterstützung auf internationaler Ebene
Die DGCIS (ehemals DGE) begleitet seit 2 Jahren die internationale Strukturierung aller „Pôles de compétitivité“ des Bereichs Biotechnologie in Frankreich. Vor diesem Hintergrund hat Life Science Corridor France (umfasst die Pôles , und ) eine strategische Partnerschaft mit allen Clustern der japanischen Region Osaka ins Leben gerufen. |
Die Entwicklung der Zukunft durch die „Pôles de compétitivité“, Service- und Produktbeispiele von morgen
Transport, Luft- und Raumfahrt
Neue Materialien für immer schnellere und wirtschaftlichere Züge
Das Ultimet-Projekt des Pôle i-Trans zielt auf die Verwendung neuer Materialien (z. B. von Verbundwerkstoffen, Metallschaum, neuem Stahl, Verbundsystemen Stahl/Polymere) zur Herstellung einer Karosserie bestehend aus mehreren Materialien ab, um das Gewicht um 20 % zu reduzieren und die Anzahl der Teile eines Schienenfahrzeuges zu verringern.
Die Kosten und der Zeitaufwand für die Montage würden ebenfalls gesenkt.
Biotechnologien und Gesundheit
Für eine nichtinvasive Chirurgie: neue chirurgische Instrumente gekoppelt an eine erstklassige Ausbildung
Das Projekt Anubis zielt auf die Entwicklung von Operationsmethoden ab, die einen chirurgischen Eingriff an Organen auf natürlichem Wege vorsehen, ohne dabei sichtbare Narben zu hinterlassen und bei denen die Schmerzen und postoperativen Komplikationen reduziert werden. Ziel ist es, neue chirurgische Instrumente zu entwickeln und eine chirurgische Ausbildung zu bieten, die zur Nutzung dieser neuen Operationstechniken unerlässlich ist. Dieses Projekt wurde vom „Pôle de compétitivité“ Innovations thérapeutiques offiziell anerkannt.
Das neue intrakutane Injektionssystem
(Pôle Lyonbiopôle)
MicroMax ist ein neues System zur Verabreichung von Impfstoffen. Das Projekt zielt auf die Entwicklung eines Impfsystems durch Mikro-Injektionen ab, das es ermöglicht, kleinste Mengen an Impfstoffen genauestens zu verabreichen und gleichzeitig die Wirksamkeit der Impfung beizubehalten oder gar zu verbessern.
Landwirtschafts- und Ernährungssektor – Bioressourcen
100 % pflanzliche Materialien im Fahrzeuginneren
Das Projekt Biomat des Pôle Industries et Agro-ressources hat es sich zum Ziel gemacht, die bislang für das Fahrzeuginnere genutzten Materialien (aus Erdöl gewonnenes Polypropylen und Vinylbenzen) durch 100 % pflanzliche erneuerbare Werkstoffe zu ersetzen. Diese sollten die mit dem Kraftfahrzeugbau verbundenen technischen (Gewicht, Kollisionen, Alterung, dynamische Ermüdung), wirtschaftlichen (wettbewerbsfähige Preise im Vergleich zu denen der Kunststoffe) und umweltbedingten Zwänge (Fehlen von umweltschädlichen Stoffen, Lebensdauer) berücksichtigen.
Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), Bilder und Netze
Hochgeschwindigkeitstechnologien für abgelegene, ländliche Gebiete
Das Projekt Ourses (Angebot von Dienstleistungen auf dem Land per Satellit) des Pôle Aerospace Valley hat sich die Entwicklung von Technologien zum Ziel gesetzt, die die satellitengesteuerte Kommunikation und die terrestrischen schnurlosen Technologien verbinden, um so Dienstleistungen mit Hochgeschwindigkeitstechnologien auch in isolierten ländlichen Gebieten anbieten zu können, die bis dahin keinen Zugang zu bereits existierenden Hochgeschwindigkeitsnetzen hatten (ADSL, etc.). Ourses hat sich dafür entschieden, diese technologischen Innovationen auf einer Plattform für medizinische Telefondienste zu testen, die in der Betreuung von älteren bzw. Risiko-Patienten zum Einsatz kommt, die keinen direkten Ansprechpartner haben.
Terra Numerica: die Digitalisierung des Erbes
Offiziell durch den Pôle Cap Digital im Bereich des „digitalen Erbes“ anerkannt, hat sich dieses Projekt die Entwicklung von Technologien zum Ziel gesetzt, die zur Herstellung und zur visuellen Nutzung von großflächigen 3D-Präsentationen von Siedlungsgebieten notwendig sind. Die Nutzung solcher Daten deckt ein weites Feld von Anwendungen und potentiellen Dienstleistungen ab, wie beispielsweise den Tourismus und die Aufwertung des Kulturerbes, Dienstleistungen für Gebietskörperschaften, für die Raum- und Städteplanung, den Zivilschutz, bereichsgebundene Dienstleistungen für Händler, etc. Dieses Abbildungsverfahren in 3D wäre auch über Internetanwendungen, mobile Anwendungsmöglichkeiten (Handy oder PDA) und Vorrichtungen zur Schaffung der virtuellen oder erweiterten Realität möglich.
Energie – Umwelt
Selbstreinigende Schiffsrümpfe ohne Risiko für die Meeresumwelt
Das F&E-Projekt Paintclean des Pôle mer Bretagne hat sich die Entwicklung neuer schmutzabweisender Farbbeschichtungen für Schiffsrümpfe zum Ziel gemacht, die sowohl biologisch abbaubar als auch ohne giftige Substanzen sind. Damit diese Produkte wirksam werden können, müssen Prozesse entwickelt werden, die ein Anhaften von Meeresorganismen an den sich unter Wasser befindenden, angestrichenen Oberflächen verringern und die das Wachstum der Organismen stoppen, die dennoch an dieser Oberfläche des Rumpfes anhaften und somit das Ablösen des Farb-/Bewuchs-Komplexes begünstigen.
Weitere Informationen zu den „Pôles de compétitivité
“ unter: www.competitivite.gouv.fr
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